Was es zu beachten gilt, wenn der Sattler kommt

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Der Sattel ist sicherlich das Herzstück einer Reitausrüstung. Von der Lage des Sattels hängt nicht nur der nachhaltige Gesundheitszustand des Pferderückens ab, sondern auch maßgelblich der Sitz des Reiters. Liegt der Sattel nicht optimal, drückt, scheuert oder schmerzt an der ein oder anderen Stelle, so wirkt sich das auf den gesamten Bewegungsapparat negativ aus und die Leistungsbereitschaft des Pferdes nimmt deutlich ab. Verständlicherweise, denn wer bewegt sich gerne unter dem Eindruck ständiger Schmerzen? Da das Pferd sich schließlich nicht selber zu seinen Problemen äußern kann, ist es an uns Reitern, den Blick fürs Detail zu bewahren und auch in punkto Sattellage ständig sorgfältig und kritisch das Wohlbefinden unseres vierbeinigen Sportkameraden zu analysieren.

Egal, ob es sich bei dem Sattel um ein älteres Schätzchen handelt oder ob man mit der Anschaffung eines neuen Modells liebäugelt, eine regelmäßige fachmännische Beurteilung der Sattellage und eine gegebenenfalls notwendige Bearbeitung sind für Vier- und Zweibeiner garantiert dauerhaft sinnvoll. Was es alles zu beachten gilt, wenn der Sattler kommt, ist an dieser Stelle einmal kurz zusammengefasst.

 

Der Sattler als Experte beim Sattelkauf

Wer sich einen neuen Sattel zulegen möchte, sollte nach Möglichkeit unter den Augen eines Fachmanns mehrere Modelle auf dem eigenen Pferd testen. Bereits bei der ersten Betrachtung des Pferdes, für welches ein neuer Sattel angeschafft werden soll, kann ein guter Sattler einschätzen, wie das zu dem Pferd passende Modell grundsätzlich beschaffen sein sollte. Faktoren wie Kammerweite sowie Stärke der Polsterung tragen maßgeblich zum Tragekomfort bei und müssen deshalb optimal auf die jeweilige Pferdeanatomie abgestimmt sein. Aber auch Aspekte wie die Größe der Sitzfläche sind entscheidend für eine ideale Lage, da dadurch die Sitzposition des Reiters entscheidend beeinflusst wird. Selbstverständlich überträgt der Reitersitz auch wieder Synergieeffekte auf den Bewegungsapparat des Pferdes. Mit einer entsprechenden Satteldecke versehen und im festgegurteten Zustand verschafft sich der Sattler einen ersten Eindruck von der Position des ausgewählten Modells.

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Im Idealfall darf mit dem favorisierten Sattel kurz probegeritten werden, um beurteilen zu können, ob der Sattel optimal zu Pferd und Reiter passt oder nicht. Zudem kann man schon nach einigen Runden in der Regel etwas nachgurten, was ebenfalls zu der Beurteilung der Kombination aus Sattel, Pferderücken und Reiter beiträgt. Dank spezieller Satteldecken oder Gelkissen ist es nach Bewegung möglich, eventuelle Druckpunkte, die sich bei dauerhafter Nutzung zu schmerzhaften Druckstellen auf dem Pferderücken bemerkbar machen könnten, zu identifizieren. Sollte sich nach professioneller Beurteilung durch den Sattler und auch nach dem Proberitt nichts herausstellen, was gegen den Wunschsattel spricht, dann kann sich das Sportlergespann über ideal abgestimmtes, neues Equipment freuen.

In der Regel gibt insbesondere ein neuer Sattel nach einigen Monaten im Einsatz noch verhältnismäßig viel nach, da Polsterung und Leder anfangs noch sehr weich sind. Deshalb empfiehlt es sich, den Sattler nochmal einen fachmännischen Blick auf das Gesamtbild werfen zu lassen und gegebenenfalls den neuen Sattel zum Nachpolstern mitzugeben.

 

Auch den „Gebrauchten“ bitte regelmäßig zum Sattler!

Doch nicht nur bei einer Neuanschaffung bedarf es der fachmännischen Beurteilung eines Sattlers. Gerade bei dienstälteren Sätteln ist eine regelmäßige Pflege inklusive Aufbereitung notwendig, damit Pferd und Reiter lange Freude an der gemeinsamen Bewegung haben können.

Der Sattler sollte sich auch in diesem Falle ein Bild davon machen, wie der Sattel im Ruhezustand und auch bei Gebrauch auf dem Pferderücken liegt. Auch die Sitzposition des Reiters sollte einer kritischen Analyse unterzogen werden, da – wie bereits festgestellt – auch diese ein ausschlaggebender Teil des Systems „Sattel-Reiter-Pferd“ als wichtiger Einflussfaktor auf die Pferdegesundheit ist.

Wichtiger Tipp:

Es empfiehlt sich, die Position und den Zustand des Sattels in regelmäßigen Abständen durch einen Spezialisten wie einen Sattler überprüfen zu lassen. Denn macht sich beim Reiten bereits ein erstes Unwohlsein des Pferdes aufgrund gestörter Bewegungsabläufe bemerkbar, können sich eventuell schon leichte gesundheitliche Schäden eingeschlichen haben, die der Einschätzung eines Tierarztes und möglicherweise einer Behandlung bedürfen. Dazu muss es (zumindest aufgrund eines falsch liegenden Sattels) gar nicht erst kommen, wenn ein Sattler regelmäßig Hand anlegt.

 

Ein gut liegender Sattel kann natürlich nur seine optimale Wirkung entfalten, wenn die Zusatzausrüstung qualitativ entsprechend gewählt wird. Auch in diesem Fall kann der Sattler garantiert wertvolle Tipps geben. Vom Gurt über die Schabracke bis hin zu eventuellen Sattelpads oder ähnlichem hält auch unser Online-Shop das passende Reitzubehör für den Sattel und darüber hinaus bereit.

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